16. May 2018

Alexander Troy

5 Min.

Balanceakt: Softwareprojekt

Zehn Fragen, die dabei helfen, Softwareprojekte erfolgreich zu machen.

Die Schaffung von individueller Software für Unternehmen kann ein heikler Balanceakt sein. Während man auf einem Drahtseil die Development-Schlucht überquert und dabei mit Technologievorgaben, User-Wünschen und Designanforderungen jongliert, ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Daher spielen wir vor Projektbeginn „Inspektor Columbo“ und stellen Fragen. Viele Fragen. Sie helfen uns, Risiken aufzuzeigen, das Projekt und den Kunden besser zu verstehen sowie potenzielle Probleme gemeinsam anzugehen.

1. Erfahrung mit Softwareentwicklung

Wie vertraut seid ihr mit Softwareentwicklungsprozessen?

Wenn Softwareentwicklung für euer Team eine neue Erfahrung ist, dann machen wir es zu unserer Aufgabe, euch begleitend in die damit verbundenen Prozesse einzuführen. Sergej Kreibich, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Go Biq nannte das: „Den Kunden auf’s Spielfeld holen“. Das geschieht natürlich vor dem Anpfiff.

2. Anzahl der Projektverantwortlichen

Wie viele Unternehmen, Abteilungen oder Menschen sind in das Projekt involviert?

Eine große Anzahl projektverantwortlicher Personen macht die Projektkommunikation komplex. Wenn viele Personen auf dem Laufenden gehalten werden müssen, passen wir die Kommunikationskanäle entsprechend an, um Entscheidungen voranzutreiben und den Entwicklungsprozess nicht zu verzögern.

3. Bestehende oder neue Technologien

Ist für die Umsetzung der Applikation der Einsatz bestimmter Technologien notwendig?

Wird innerhalb einer bestehenden, homogenen Technologielandschaft entwickelt oder setzen spezielle Anforderungen bestimmte Technologien voraus, hat das natürlich Auswirkungen auf das Projekt und das Team, das wir dafür zusammenstellen. Daher ist es wichtig, frühzeitig Gespräche über die Technologiewahl zu führen.

4. Die Integration externer Systeme

Werden Daten mit anderer Software ausgetauscht und/oder wird mit ihr interagiert?

Jedes Mal, wenn eine Software mit einer anderen Daten austauschen muss, erhöht das die Komplexität beider Anwendungen. Handelt es sich bei der zweiten Applikation um ein Produkt mit gut dokumentierter API, ist der Zusatzaufwand überschaubar – wenn dies nicht der Fall ist, kann das Projekt komplex und damit auch kostentreibend werden. Dementsprechend wird diese Frage bereits in der Planungsphase geklärt.

5. Daten mit Migrationshintergrund

Müssen Daten von einer vorherigen Softwareversion importiert werden?

Das Importieren von Daten aus einem alten System kann – je nachdem, in welchem ​​Zustand sich die Daten befinden – aufwendig sein. Müssen beide Systeme für einen bestimmten Zeitraum parallel laufen, wird der Import noch komplexer.

6. Anzahl der Plattformen

Auf wie vielen Plattformen soll die Software funktionieren?

Anwendungen, die sich über viele Plattformen oder Endgeräte erstrecken (z.B. ein Cloud-Backend, das Daten an ein Smartphone sendet, welche dann per Bluetooth auf ein Wearable übertragen werden) sind keine Seltenheit mehr. Zwar haben moderne Web-Technologien die plattformübergreifende Entwicklung deutlich vereinfacht, dennoch spielen für die Projektplanung die Anzahl und Art der angestrebten Plattformen nach wie vor eine wichtige Rolle.

7. Essenziell fürs Tagesgeschäft

Wie wichtig ist die Software für den Alltag eures Unternehmens?

Wenn euer Unternehmen ohne die Anwendung, die wir entwickeln, nicht funktionieren kann (z.B. Online-Shop), werden zusätzliche Vorkehrungen in Bezug auf die Release-Planung und die Technologieauswahl getroffen.

8. Verborgene und nachträglich auftauchende Anforderungen

Wie gut ist definiert, welche Funktionen die Software benötigt, um die verschiedenen Arten von Nutzern zufrieden zu stellen?

Gute Software ist nie fertig. Es finden sich immer Funktionen, die noch ergänzt oder verfeinert werden können – das gilt für jede Anwendung. Was sich unterscheidet, sind die Projekte. Einige sind klar definiert, während andere beinahe nebulös wirken – das ist nichts Schlimmes, sondern ein normaler Zustand auf dem Weg von der Idee zum fertigen Softwareprodukt. Allerdings ist es dann umso wichtiger, den Release phasenweise zu planen, damit sich der Return on Investment nach und nach überprüfen lässt.

9. Marktfitness

Welche Chancen hat das Produkt auf dem Markt?

Niemand möchte viel Geld in ein Software-Projekt investieren, nur um anschließend festzustellen, dass keiner das Produkt nutzen will. Wenn wir Bedenken hinsichtlich der Markteignung des Projektes haben, empfehlen wir unseren Kunden einen kleinen Forschungs-, Design- und Planungssprint, um sicherzustellen, dass das Endergebnis auch fit für den Markt ist.

Ist die Marktfitness gegeben, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Im anderen Fall wird das Vorhaben entweder entsprechend angepasst oder ihr entscheidet, dass die Idee in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.

10. Der Wert des Projektes für das Unternehmen

Welche Art von Nutzen bringt die Software für euer Unternehmen?

Wir glauben, dass der Erfolg unserer Kunden unser Erfolg ist. Deshalb wollen wir nicht, dass ihr Zeit, Energie und Geld in Projekte investiert, die keinen Gegenwert bringen oder nicht zu eurem Erfolg beitragen. Wenn wir Bedenken hinsichtlich des Projekt-Mehrwerts haben, teilen wir diese offen mit euch. Ihr könnt daraufhin abwägen, ob ihr das Projekt in seiner ursprünglich geplanten Form weiterhin umsetzen möchtet.

Warum das alles?

Die Überprüfung gemeinsamer Projektüberlegungen während des Projektbeginns hilft dabei, die Ausrichtung zu verbessern sowie potenzielle Risiken und Herausforderungen aufzudecken. Um Letztere zu minimieren, können bereits im Vorfeld entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Wir nennen das die „Vorprojektphase“ und diese beginnt hier.