Future of Work

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Seit fast zwei Jahren arbeiten auf der ganzen Welt immer mehr Menschen von zu Hause aus. Von heute auf morgen wurden das Home-Office und Remote-Arbeit auch zu unserer neuen Realität. In dieser Zeit haben wir sehr viel gelernt und entschieden, die Zukunft unserer Zusammenarbeit aktiv zu gestalten. Die Frage war nur wie? Komplett remote, hybrid oder doch on-site only? 

Autorin
Jamine Ponudic
Datum
13. Januar 2022
Lesedauer
6 Minuten

Von Office-First zu Home-Office only

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir an einem Freitagnachmittag nach einer Pressekonferenz unsere Sachen gepackt und ins Home-Office gesiedelt sind – ganz gleich, ob uns da ein Küchentisch oder ein professionell eingerichtetes Office erwartet hat. 

Bis dato wurde das Angebot, remote beziehungsweise im Home-Office zu arbeiten, eher selten in Anspruch genommen. Das lag unter anderem daran:

  • Wir hatten eine Office-First-Regelung (Home-Office nur als Ausnahme)
  • Entwickler:innen hatten unflexible Arbeitsgeräte (meist Desktop-PCs)
  • Home-Office wurde sehr selten in Anspruch genommen, wodurch eine Art gesellschaftlicher Druck entstanden ist
  • Und dann – von einem Moment auf den anderen – waren wir ein komplettes Remote-Team. Das war schon ziemlich spannend!

Über zwei Jahre Pandemie und einige Lockdowns später sind die anfängliche Spannung und die Aufregung verflogen. Wir haben all die Vor- und Nachteile von remote beziehungsweise hybridem Arbeiten kennengelernt. Manche haben das Home-Office als präferierten Arbeitsort für sich entdeckt, andere sind schon lange wieder im Office und suchen den persönlichen Kontakt. Alles in allem haben wir eine Menge Erfahrungen gesammelt – als Unternehmen, als Team und als Individuen.


 

Veränderung muss her!

Mit all den gesammelten Erfahrungen und den Trends, die wir beobachteten, wurde eines recht schnell klar: Das „Normal“ von vor zwei Jahren hat sich verändert. Wir haben uns weiterentwickelt und so sollte es auch unsere Arbeitsumgebung tun. Wir mussten den Rahmen unserer Zusammenarbeit anpassen und daher stellten wir uns folgende zentrale Frage:

Wie wollen wir in Zukunft zusammenarbeiten?


 

Das Ziel

Wir strebten danach, eine Remote-Regulierung zu kreieren, die genügend Freiraum für individuelle Präferenzen bietet, gleichzeitig unseren Teamspirit hochhält und ein Arbeitsumfeld schafft, das zu uns als Team passt.

Bekanntlich arbeitet es sich mit SMARTen Zielen ja am besten, weshalb wir uns Folgendes auf die Fahnen geschrieben haben: 

Wir wollen eine Remote-Regulierung kreieren, die von 90 % der Fusonics mit mindestens 4 von 5 Sternen bewertet wird.


 

Unser Ansatz

Interviews

Wir haben damit begonnen, persönliche und unstrukturierte Interviews mit jedem Fusonic-Teammitglied zu führen. Im ersten Schritt wollten wir auf einer individuellen Ebene verstehen, was unser Team bewegt. Wir waren überzeugt, dass wir dies am besten im Rahmen eines persönlichen Gespräches herausfinden können.

Transkription

Wir wollten wissen, was das Fusonic-Team möchte und haben uns unter anderem folgende Fragen gestellt:

  • Wie empfindet das Team die Arbeitssituation? 
  • Mögen sie es, hybrid zu arbeiten? 
  • Hat unser Team eine schlechte Entwicklung in unserer täglichen Zusammenarbeit durch das remote Arbeiten festgestellt?

Das war eine ziemliche Herausforderung, weil die Informationen, die wir durch die unstrukturierten Interviews gesammelt hatten, nicht für einen direkten Vergleich geeignet waren. Um die gesammelten Inputs, Erfahrungen und Eindrücke weiter verarbeiten zu können, haben wir Transkriptionen erstellt. 

Wir haben aus den oben genannten Fragen Kernaussagen formuliert, wie z. B.  „Ich finde hybrides Arbeiten gut“. Anschließend sind wir die Transkripte durchgegangen, um nach Zitaten und Haltungen zu suchen, welche diese Aussage unterstützen.

Insgesamt hatten wir 26 Kernaussagen, in welchen die Meinungen der Fusonics einzahlen konnten. Zu jeder Kernaussage gab es eine Gegenaussage, wie – um das vorherige Beispiel aufzugreifen – „Ich finde hybrides Arbeiten schlecht“. Für jede Meinung, die eine Kernaussage unterstützt, wurde ein Punkt vergeben.

 

Ein Auszug aus unserer Auswertung

  • 20 Personen ist es wichtig, die Möglichkeit remote zu arbeiten nutzen zu können
  • 10 Personen möchten mehr remote arbeiten, als vor der Pandemie
  • 9 Personen möchten gleich viel remote arbeiten, wie vor der Pandemie
  • 11 Personen finden hybride Zusammenarbeit okay
  • 7 Personen finden hybride Zusammenarbeit gut
  • 2 Personen finden hybride Zusammenarbeit nicht gut
  • 21 Personen haben eine negative Auswirkung auf die Teamkultur durch hybrides Arbeiten bemerkt
  • 3 Personen haben keine Auswirkung auf die Teamkultur durch hybrides Arbeiten bemerkt
  • 0 Personen haben eine positive Auswirkung auf die Teamkultur durch hybrides Arbeiten bemerkt


 

Chancen, aber auch Sorgen und Ängste

Remote-Arbeit biete viele positive Aspekte wie z. B. eine bessere Arbeitsroutine durch weniger Unterbrechungen und eine unabhängigere Organisation der eigenen Arbeit. Auch die Flexibilität ist ein großer Vorteil von Remote-Arbeit: Man muss weniger pendeln, was Zeit und Geld spart. Außerdem ist man flexibler, wenn es darum geht, auf persönliche Umstände zu reagieren und kann darüber hinaus Pausen individueller gestalten.

Die allgemeine Stimmung konnten wir durch diese Herangehensweise sehr gut einfangen. Natürlich gab es auch sehr individuelle Anliegen, welche wir ebenfalls als wichtigen Indikator für die weitere Entwicklung miteinbezogen haben. 

Hier ein paar Beispiele:

  • Ich habe einen Desktop-PC. Wie kann ich an hybriden Sitzungen (z. B. Retro) teilnehmen, ohne andere im Großraumbüro zu stören?
  • Wie weiß man, ob jemand remote arbeitet oder z. B. krank ist?
  • Das gesamte Team trifft sich nie persönlich
  • Personen, die im Büro arbeiten, haben eine engere Beziehung zueinander als zu Personen, die remote arbeiten

Wir haben uns diese Sorgen zu Herzen genommen und an Lösungen gearbeitet. Wichtig war hierbei einerseits, wie die passende Remote-Regulierung dazu beitragen kann, diese Situationen zu vermeiden und andererseits, wie wir unsere Organisation, Kommunikation sowie die Ausstattung unserer Teammitglieder entsprechend verbessern können.


 

The Future of Work

Unter Berücksichtigung der Meinungen, Erfahrungen und Wünsche der Mitarbeiter:innen als Individuen und als Team sowie von Fusonic als Unternehmen, mit dessen Werten und Überzeugungen, sind wir zu einem Ergebnis gekommen. 

  1. Fusonic ist ein on-site Unternehmen. 
    Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass der persönliche Kontakt ein wichtiger Indikator für unser positives Arbeitsumfeld, unseren Gemeinschaftssinn und unsere Innovationskraft ist. Zudem haben die Interviews gezeigt, dass es eine allgemeine Stimmung gibt, die sich mit dieser Meinung deckt.
  2. Ein angemessener Anteil der Arbeitszeit soll im Office verbracht werden (Referenz: ein Drittel der Arbeitszeit pro Woche)
    Wir glauben, dass eine gewisse Regelmäßigkeit im persönlichen Kontakt der Schlüssel für unsere positive Teamkultur ist. Einmal im Monat zu einer Retro zu erscheinen, macht die negativen Auswirkungen auf unseren Teamspirit im Alltag nicht wett. Aus diesem Grund haben wir diese Orientierung geschaffen.
  3. Commitment und Bereitschaft, zu bestimmten Meetings persönlich zu erscheinen
    Dazu gehören zum Beispiel die OKR-Demo, Schnuppertage im eigenen Team und Retrospektiven.
  4. Ausnahmen bis zu einem Monat werden im Team beschlossen
    Da die Mehrheit der Fusonics die hybride Zusammenarbeit im Allgemeinen als gut funktionierend empfindet, wird zeitlich begrenzte 100-%-Remote-Arbeit weiterhin möglich sein. Beispiele hierfür wären ein Heimatbesuch oder Urlaub mit anschließender Remote-Arbeit. Ob eine solche Ausnahme im Einzelfall machbar ist, kann innerhalb der jeweiligen Teams bis zu einer Dauer von einem Monat entschieden werden. Wenn es um einen längeren Zeitraum geht, muss das HR Council miteinbezogen werden.

 

Die Bewertung

Wie anfangs erwähnt haben wir uns ein konkretes sowie messbares Ziel gesetzt und teilen gerne das Ergebnis mit euch. Im Rahmen einer anonymen Live-Abstimmung haben die Fusonics folgende Bewertungen abgegeben:

fow

Mit insgesamt 87 % für Bewertungen mit 4 und 5 Sternen haben wir unser Ziel knapp verfehlt. Da stellt sich die Frage was was wir nun tun. Sollten wir eine bessere Regulierung ausarbeiten? 

Wir haben darüber nachgedacht und sind zu dem Entschluss gekommen: Nein. Die Meinungen der Fusonics sind breit gestreut und teilweise konträr. Durch Diskussionen über die Regulierung hat sich herauskristallisiert, dass sich viele einen Konsens zu weniger Remote-Arbeit wünschen, während andere gerne eine komplett freie Einteilung ohne Einschränkungen hätten, um nur noch von zu Hause aus zu arbeiten. 

Aus diesem Grund sind wir davon überzeugt, dass wir mit dieser Regulierung den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden haben und dass dies der richtige Weg für uns ist.

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